____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b
ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ
Bunker
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
top
Als Bunker werden schßtzende Bauwerke bezeichnet, die die Insassen oder die Umgebung vor direkter Gefährdung bewahren. Hierzu gehÜren die direkte Einwirkung von Waffen, der Schutz von Personen vor Gefahrstoffen beziehungsweise die Eindämmung von Gefahrstoffen. Ihre Schutzwirkung wird in verschiedenen Schutzklassen klassifiziert.
Militärische Bunker haben den Zweck, die eigenen Stellungen zu festigen und einen Angriff des Gegners zu erschweren. Sie kÜnnen als Verteidigungsanlagecite-ref-1[1], als Unterstand fßr Kriegsgerät (U-Boot-Bunker, Flugzeugkavernen) oder als Kommandozentrale dienen. Zivile Bunker hingegen sollen die BevÜlkerung schßtzen.
Bunker sind meist aus Beton und Stahl erbaut, in vielen Fällen zusätzlich mit Erdreich abgedeckt, die Bezeichnung wird aber auch fßr in natßrlichen Fels getriebene Stollen verwendet. Auch Kombinationen aus beiden Bunkertypen wurden errichtet.
Zivile Bauwerke, welche dem Zivilschutz dienen, erfßllen im Normalfall meist andere Funktionen und werden deshalb nicht als Bunker bezeichnet. Häufig werden Tiefgaragen, U-Bahn-Stationen etc. genutzt, die im Verteidigungsfalle als Schutzräume hergerichtet werden.
Contents
⢠Typen
⢠Luftschutzbunker
⢠Atomschutzbunker
⢠Flugzeugbunker
⢠U-Boot-Bunker
⢠Bekämpfung
⢠Kollapsvorsorge
⢠Sonstiges
⢠Bunkermuseen
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Allgemeine Bauweise
Der Bunkerbau ist im Prinzip aus dem Festungsbau des 18. und 19. Jahrhunderts abgeleitet. Verwendet wurden zuerst massive Steine, die zu meterdicken Wänden verbaut wurden. Durch das Aufkommen von Brisanzgranaten, Schnellfeuergeschßtzen und der während des Ersten Weltkrieges beginnenden Luftangriffe wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts robustere Materialien benÜtigt. Der damals noch recht neuartige Stahlbeton stellte sich hierfßr als ideales Material heraus. Mit Stahlbeton konnten die Wände von Bunkern kompakter konstruiert werden, ohne ihre Schutzwirkung zu verlieren. Durch ständige Forschung und Entwicklung wurde die Qualität von Beton und Stahl kontinuierlich verbessert. Wie haltbar einige dieser Materialien sind, zeigen deutlich einige der immer noch erhaltenen Flaktßrme. Nach dem Zweiten Weltkrieg misslangen alle Versuche, diese Bauwerke zu sprengen.
Historische Entwicklung
Blockhäuser wurden ursprĂźnglich aus Holz gefertigt. Zur Verwendung kamen dabei vor allem HarthĂślzer. Da diese Art des Bunkers eher temporärer Natur war, wurde im Gegensatz zu anderen Bunkern kein besonderer Wert auf massiven Schutz gelegt. Verstärkt wurden diese Blockhäuser noch durch Sandsäcke. Durch Einsatz von Stahlbeton entwickelte sich im Ersten Weltkrieg daraus die Pillbox. Diese verfĂźgte wie das Blockhaus Ăźber SchieĂscharten und bot insbesondere Schutz fĂźr MaschinengewehrschĂźtzen. Die deutsche Entsprechung dazu hieĂ Mebu (Maschinengewehr-Eisenbetonunterstand).
Ebenfalls im Stellungskrieg des Ersten Weltkriegs entstanden die Unterstände als behelfsmäĂige Bunker innerhalb einer Gefechtslinie (SchĂźtzengraben). Sie dienten als Truppenunterkunft und boten nur minimalen Schutz. Die Schutzwirkung beschränkte sich meist nur auf den Schutz vor Splittern, Schrapnellen und Infanteriebeschuss. Sie wurden meist in die Erde getrieben und häufig nur durch Holz, einfachste Betonfertigteile oder Wellblechtafeln gegen das Erdreich gesichert.
Besonders in der Zwischenkriegszeit begann man, anstelle der bisher ßblichen, ringartig um strategische Punkte gelegten Festungswerke und -gßrtel durchgängige Grenzbefestigungen, bestehend aus Kampfbunkern, kleineren Kampfständen und dazwischenliegenden Panzersperren, zu bauen, die der grenznahen Verteidigung eines Landes dienten. Hierbei wurde häufig auf standardisierte Bauformen zurßckgegriffen (vgl. Regelbau). So wurde im Deutschen Reich der Ost- und der Westwall errichtet, in Frankreich die Maginot-Linie und in Italien der Alpenwall, auch Vallo Alpino del Littorio genannt. Die Schweiz ist heute eines der Länder mit sehr vielen Bunkern in den Alpen, die fßr den Verteidigungsfall und Zivilschutz errichtet wurden.
Des Weiteren wurden Bunkeranlagen in dieser Zeit häufig zur Verstärkung von Auffangstellungen und wichtigen Durchgangspunkten wie Flussßbergängen angelegt. Der während des Zweiten Weltkriegs gebaute, mit zahlreichen Bunkern verstärkte Atlantikwall sollte die Kßsten des von Deutschland besetzten Westeuropas vor einer alliierten Invasion schßtzen.
Nach dem Ende des Kalten Krieges wurden in Europa viele Bunker als entbehrlich eingestuft und ihre Wartung / Instandhaltung beendet. Eine Beseitigung der äuĂerst massiven Betonkonstruktionen ist jedoch sehr schwierig, insbesondere wenn eine Sprengung wegen benachbarter Bebauung nicht in Frage kommt. Durch die extremen Wandstärken, die den nutzbaren Innenraum stark verkleinern, und die naturgemäà fehlenden FensterĂśffnungen ist eine Nutzung etwa zu Wohnzwecken meist unmĂśglich oder zumindest nicht mit vertretbarem Aufwand zu realisieren. Daher wird meist vergeblich nach einer neuen Verwendung fĂźr Bunkerbauten gesucht. Andererseits ist es auch ein Anliegen der Denkmalpflege, historische Bunker als Geschichtszeugnisse mĂśglichst zu erhalten.
Typen
Bunker werden hauptsächlich in zwei Typen unterteilt, den Hochbunker und den Tiefbunker. Entscheidend fßr den jeweiligen Bunkertyp ist zumeist die Infrastruktur. Hochbunker werden vor allem im urbanen Bereich, Tiefbunker vorrangig in ländlichen Räumen errichtet. Der Hochbunker stÜrt dabei weder Abwasser- noch Verkehrssysteme. Darßber hinaus kann aus einem Hochbunker heraus das umliegende Gelände beobachtet und dort gegebenenfalls Gegner bekämpft werden. Sie kÜnnen auch als Basis fßr Flugabwehr- oder sonstige Geschßtzstellungen dienen. Bekannteste Beispiele fßr Hochbunker sind die Flaktßrme von Berlin, Hamburg und Wien oder die U-Boot-Bunker von Lorient, La Rochelle oder St. Nazaire in Frankreich.
Tiefbunker werden häufig gebaut, um einer Kommandozentrale oder anderen sensiblen Einrichtungen hÜchstmÜglichen Schutz zu bieten (Strategischer Fßhrungsbunker). Bekannte Beispiele hierfßr sind:
⢠der frßhere Regierungsbunker der Bundesrepublik bei Bad Neuenahr-Ahrweiler
⢠der fßr Adolf Hitler gebaute Fßhrerbunker auf dem Gelände der Neuen Reichskanzlei in Berlin
⢠die im Obersalzberg â unter Hitlers Landhaus âBerghofâ â gebaute Bunkeranlage
Luftschutzbunker
â
Hauptartikel
:
Luftschutzbunker
Luftschutzbunker wurden vor allem in der Zeit des Zweiten Weltkriegs gebaut. Ăblich waren sowohl Hoch- als auch Tiefbunker. Eine spezielle Form sind die im Deutschen Reich in mehreren GroĂstädten gebauten FlaktĂźrme, die Schutzfunktion und aktive Verteidigung durch FlugabwehrgeschĂźtze verbanden. Weitere Beispiele fĂźr Hochbunker sind die sogenannten WinkeltĂźrme, benannt nach ihrem Erfinder Leo Winkel.
In London wurden während des Zweiten Weltkriegs zum Schutz vor deutschen Luftangriffen eine Reihe von Stationen der London Underground zu Luftschutzbunkern umgebaut und zum GroĂteil 1942 in Dienst genommen. Die Tunnel sollten auf zwei Ebenen je 8000 Personen Schutz bieten. Tatsächlich wurden fĂźnf dieser Tiefbunker 1944 fĂźr die BevĂślkerung geĂśffnet: Stockwell, Clapham North, Camden Town, Belsize Park und Clapham South. Der Goodge-Street-Bunker wurde als FĂźhrungsbunker fĂźr das Hauptquartier General Eisenhowers und der Chancery-Lane-Bunker als Telekommunikationszentrale genutzt. Dieser Tunnel diente nach dem Krieg noch als atombombensicherer Regierungsbunker weiter.cite-ref-subbrit-2-0[2]
Ebenfalls hauptsächlich zum Schutz vor Luftangriffen wurden die Cabinet War Rooms Ende der 1930er Jahre fßr die britische Regierung gebaut.
Atomschutzbunker
Durch die zunehmende Verbreitung von Kernwaffen seit Ende des Zweiten Weltkrieges sind die Anforderungen an Bunker erheblich gewachsen. Bunkeranlagen, die dem Zivilschutz, dem Schutz von Regierungen und neuralgischen Teilen der Militärs und dessen Infrastruktur dienen, mĂźssen den massiv gewachsenen Belastungen durch diese Waffen widerstehen. Es sind nicht nur die erheblich hĂśheren Druckkräfte, sondern auch der zusätzlich notwendige Schutz vor radioaktivem Niederschlag (Fallout), die bei der Konstruktion beachtet werden mĂźssen. Um den sehr groĂen Druckkräften eines nuklearen Schlages zu begegnen, werden atomsichere Anlagen unterirdisch oder in Bergen angelegt. Häufig kommt bei groĂen oder sehr wichtigen Anlagen eine zweischalige Konstruktionsform zum Einsatz. Die äuĂere Schale ist ein sehr stark gepanzerter, meist quaderfĂśrmiger HohlkĂśrper. Dieser Bau soll sowohl die immense Druckwelle abfangen als auch, je nach Konstruktion, direkte Angriffe mit bunkerbrechenden Waffen abwehren. Die äuĂere Schale dient zusätzlich als erste Barriere gegen den Fallout sowie andere Bedrohungen durch CBRN-Waffen. Die eigentlichen Einrichtungen des Bunkers, Infrastruktur, Kampfstände, Wohnbereiche usw. werden in einen oder mehrere eigenständige Container eingebaut. Im Inneren der äuĂeren Schale werden diese Zellen mit Feder-/Dämpfersystemen schwingfähig eingebaut. Durch dies wird eine Entkoppelung der Container gegenĂźber Bewegungen und Verformungen der äuĂeren Schale erreicht. Durch die Entkopplung kann die Widerstandskraft gegen atomare Schläge deutlich erhĂśht werden. Die einzelnen Zellen sind in sich ebenfalls CBRN-sicher.
Anders als Bunker, die nur fĂźr die konventionelle KriegsfĂźhrung ausgelegt sind, sollen Atomschutzbunker fĂźr einen längeren, definierten Zeitraum Schutz bieten. Konventionelle Bunker dienen nur als Unterschlupf während eines direkten Angriffs und werden nach kurzer Zeit wieder verlassen. Atomschutzbunker dagegen mĂźssen auf Grund der Eigenheiten der nuklearen KriegsfĂźhrung längere Zeit vollständig autark bestehen. Insbesondere wegen der radioaktiven Verseuchung des Umlands muss eine solche Anlage sinnvollerweise einige Wochen das Ăberleben ermĂśglichen. Hierzu zählt vorrangig die CBRN-sichere Versorgung mit Wasser, Energie und Atemluft. Im Weiteren muss die Versorgung mit Nahrung und medizinischer Versorgung Ăźber einen langen Zeitraum gegeben sein. Sofern die Anlage taktische oder strategische Aufgaben Ăźbernehmen soll, mĂźssen auch diese Ăźber den geplanten Einsatzzeitraum gewährleistet werden.
Flugzeugbunker
Zum Schutz von Kampfflugzeugen am Boden wurden im und nach dem Zweiten Weltkrieg unter verschiedenen Bezeichnungen betonierte bzw. stählerne und zum Teil erdßberdeckte Flugzeugunterstände, Bogendeckungen (z,B, AU-xx), Geschlossene Deckungen fßr Flugzeuge (GDF), Flugzeugkavernen und Hardened Aircraft Shelter als besondere Bunkerformen genutzt.
U-Boot-Bunker
â
Hauptartikel
:
U-Boot-Bunker
U-Boot-Bunker sind meistens voll gedeckte und bombensichere U-Boothafen-/U-Bootdockanlagen. U-Boot-Bunker dienen/dienten zum Zusammenbau, zur Ausrßstung, zur Reparatur und zur Unterbringung von U-Booten. Zum Schutz vor feindlichem Beschuss/Bombardement sind die Anlagen oft sehr stark befestigte Hochbunker oder unterirdische Kavernen. Um ihren Aufgaben gerecht zu werden, verfßgen viele Anlagen ßber Nass-/Trockendocks, verschiedene Werkstätten und Lagerräume. Häufig sind im Bunker Kasernen und Lazaretträume untergebracht, um Mannschaften und Werftpersonal aufzunehmen.
Als U-Boot-Bunker im engeren Sinn bezeichnet man Anlagen, die seit der zweiten Hälfte des Jahres 1940 durch die Deutsche Kriegsmarine errichtet wurden. Diese sehr groĂen Hochbunkeranlagen wurden insbesondere in verschiedenen deutschen Hafenstädten und an der besetzten franzĂśsischen AtlantikkĂźste gebaut. Es wurden jedoch auch in anderen besetzten Ländern wie Norwegen U-Boot-Bunker angelegt. Der eigentliche Bau fand unter der Leitung der Organisation Todt statt. Die Anlagen sollten Schutz fĂźr mehrere U-Boote gegen alle bekannten Kaliber und Bombentypen bieten. Sie sollten die empfindlichen Boote vor Luftangriffen während AusrĂźstung und Reparatur schĂźtzen. Wegen der sich qualitativ und quantitativ verstärkenden alliierten Angriffe wurden insbesondere die Bunkerdecken während der Kriegszeit verstärkt und verbessert. So entstanden im Laufe der Zeit Deckenkonstruktionen, die eine Gesamtmächtigkeit von bis zu 10 Metern erreichten. Um die Bunkeranlagen zu bekämpfen, wurden alliierterseits Ăźberschwere, bunkerbrechende Bombentypen wie die Tallboy oder die Grand Slam mit Erfolg eingesetzt. Gegen Ende des Krieges kam den Bunkern auch die Aufgabe als Werften zu. So wurde ab 1944 insbesondere die Endmontage des U-Boot-Typs XXI in den verbliebenen deutschen Bunkern vorangetrieben. Die meisten Anlagen in Deutschland wurden gesprengt und abgetragen, während in Frankreich viele noch erhalten sind.
Bekämpfung
Die Konstruktion von Bunkern machte seit dem Festungsbau erhebliche Fortschritte, ebenso die Bekämpfung solcher Anlagen. Bunkerbrechende Waffen sind meist aus speziell gehärtetem Stahl gefertigt und damit in der Lage, tiefer in Boden oder Beton einzudringen. Die zeitverzĂśgerte Explosion des Sprengkopfes reiĂt anschlieĂend die Bunkerwand auseinander. Atomare SprengkĂśpfe, die fĂźr einen solchen Einsatz gedacht sind, werden durch einen vorgelagerten Penetrator geschĂźtzt. Dieser dringt vor dem Sprengkopf in die Erde ein und bereitet so den Weg fĂźr die Sprengung in einiger Tiefe. Dabei ist der Effekt der Explosion naturgemäà deutlich gravierender als bei einem konventionellen Sprengkopf.
Nichtmilitärische Bunkerbauten
Verwendung in Industrie und Volkswirtschaft
Bunker im oben beschriebenen Sinne als massive explosionsgeschßtzte Bauwerke werden auch fßr nicht-militärische Anwendungen errichtet, zum Beispiel fßr Sprengversuche, als Kontrollstand fßr den Start von Raketen (Kontrollbunker) und als Kontrollstand oder Ausfßhrungsort fßr technische Versuche mit hohem Destruktionspotential. Auch die Sicherheitsbehälter von Kernkraftwerken sind Bunkerbauten. Bauten, in denen hochradioaktive Stoffe gelagert und verarbeitet werden, werden generell als Bunkerbauten ausgefßhrt.
Ein sogenannter Schleuderbunker wird in der Turbinen- und Generatorenfertigung eingesetzt, um die fertigen Produkte auf ihre Stabilität bei der Rotation zu testen. Er soll die Umgebung vor abfallenden Turbinenschaufeln oder geborstenen Wellen im Falle von Materialversagen schßtzen.
Kollapsvorsorge
Im Zuge der verstärkten Krisenwahrnehmung durch Prepping, soziale Polarisierung und Klimafolgen zeichnete sich in vergangenen Jahren ein internationaler Trend zur Errichtung privater Schutzräume in den Vereinigten Staaten und anderswo ab, der gelegentlich als âBunkerisierungâ (Bunkerization) bezeichnet wird.cite-ref-3[3] Robert Kirsch (ASU, CAPAS) sieht darin den Versuch, Normalität und Alltagsleben fortzufĂźhren, sozialen Status zu bewahren, eine Vermischung Ăśkonomischer und ideologischer Motive, sowie eine Verwurzelung im Neoliberalismus.cite-ref-4[4]
Insbesondere der Bau klandestiner Bunker und Schutzräume von Superreichen wird problematisiert.cite-ref-5[5]cite-ref-6[6] Ăffentlich gewordene Pläne betrafen beispielsweise Bill Gates, Peter Thiel und Mark Zuckerberg. Laut Douglas Rushkoff herrsche bei einigen Auftraggebern die Illusion vor, derzeitige Krisen und drohende Katastrophen mit ihnen unbeschadet Ăźberstehen zu kĂśnnen, was weniger Ressourcen fĂźr deren Bewältigung bedeute. Reid Hoffman berichtete 2017, ein âHaus in Neuseelandâ gekauft zu haben, sei im Silicon Valley zum geflĂźgelten Wort fĂźr einen autarken RĂźckzugsort oder Bunker geworden.cite-ref-7[7]
Sonstiges
Der Philosoph Paul Virilio erforschte Bunker und Befestigungsanlagen auf ihre Wirkung und Funktion hin und verĂśffentlichte die Ergebnisse im Jahr 1975 in seinem Buch Bunker archĂŠologie.
In Albanien gab Enver Hoxha den Bau von circa 700.000 Bunkern an strategisch wichtigen Punkten als Ziel aus, um die Unabhängigkeit des Landes zu sichern. Die KĂźste ist mit grĂśĂeren Bunkern fĂźr GeschĂźtze und kleineren fĂźr Personen durchzogen worden.
Siehe auch
:
Bunker in Albanien
AngehĂśrige der Bundeswehr erhalten Bunkergeld, wenn sie in Bunkern Dienst tun. Voraussetzungen sind, dass die Bunker Ăźber keine Zufuhr von natĂźrlichem Licht und AuĂenluft verfĂźgen. Die RaumhĂśhe muss die normale unterschreiten. Zuständig fĂźr die Entscheidung, ob ein Bunker diese Voraussetzungen erfĂźllt, ist das Streitkräfteamt.cite-ref-8[8]
Bunkermuseen
⢠In Emden, wo vor dem Zweiten Weltkrieg und teils noch während des Krieges eine grĂśĂere Anzahl an Bunkern erbaut wurde, gibt es heute ein Bunkermuseum.
⢠Bunkermuseum Wurzenpass (beim Dreiländereck Ăsterreich â Italien â Slowenien)
⢠Museum âWeltkriegsbunker in der Fuggereiâ im Augsburger Fuggereimuseum
⢠RÜhrenbunker in Hamburg
⢠Bunker Wßnsdorf Zeppelin, ein ehemals von der Wehrmacht und später von der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland genutzter Bunkerkomplex
⢠Der Ausweichsitz der Verfassungsorgane des Bundes im Krisen- und Verteidigungsfall zur Wahrung von deren FunktionstĂźchtigkeit, d. h. der âRegierungsbunkerâcite-ref-9[9] der Bundesregierung während des Kalten Krieges
⢠Bunker Harnekop, Hauptfßhrungsstelle des Ministeriums fßr Nationale Verteidigung (MfNV) der DDR
⢠In Bad Wildungen wurden 15 Bunker gebaut, die während einer Bunkerfßhrung des Stadtmarketings teilweise von innen besichtigt werden kÜnnen.
⢠Museumsbunker â in Olang und Rasen-Antholz (SĂźdtirol) wurden 19 Bunker des italienischen Alpenwalls gebaut. Im Bunker Nr. 8 ist ein Museum dafĂźr eingerichtet.
⢠Museum des ehemaligen Bundesbankbunker in Cochemcite-ref-10[10]
⢠Museen der Maginot-Linie Frankreichs, wie das Fort Hackenberg, oder das Artilleriewerk Schoenenbourg
⢠Bunkermuseum Oberhausen: Hochbunker mit wechselnden Ausstellungen zum 2. Weltkrieg Siehe auch: Bunkermuseum
Siehe auch
⢠Pillbox
⢠U-Verlagerung â alte Bergwerke oder Tunnel, die als Bunker zur Industrieproduktion genutzt wurden
Literatur
⢠Albert Molt: Der deutsche Festungsbau von der Memel zum Atlantik 1900â1945. MĂźller, Erlangen 2000, ISBN 3-86070-905-4.
⢠Paul Bergner: Auf den Spuren interessanter Bunker. Erstausgabe Januar 2000, FB-Verlag Basdorf (ddr-bunker.de) / Heinrich Jung-Verlagsgesellschaft mbH, Zella-Mehlis/Meiningen, 6., veränderte Auflage 01/2008, ISBN 978-3-930588-85-5.
⢠Paul Bergner: Atombunker Kalter Krieg PROGRAMM DELPHIN. FB-Verlag Basdorf (ddr-bunker.de)/Heinrich Jung-Verlagsgesellschaft mbH Zella-Mehlis, Meiningen 2007, ISBN 978-3-930588-78-7.
⢠Rainer B. Jogschies: Wo, bitte, gehtâs zu meinem Bunker? Zivilschutz in Deutschland. Ernst-Kabel-Verlag, Hamburg 1985, ISBN 3-921909-04-X (Lizenzausgabe. Ullstein, Frankfurt am Main u. a. 1988, ISBN 3-548-34443-7 (Ullstein Nr. 34443 Ullstein-Sachbuch); Neuauflage, erweitert und aktualisiert. Nachttischbuch-Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-937550-19-0 (Reihe: Reprints 2).
⢠Harald Kimpel (Hrsg.): Innere Sicherheit. Bunker-Ăsthetik. Jonas Verlag fĂźr Kunst und Literatur, Marburg 2009, ISBN 978-3-89445-375-6.
⢠Inge MarĂolek; Marc Buggeln (Hrsg.): Bunker. Kriegsort, Zuflucht, Erinnerungsraum. Campus Verlag: Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-593-38603-4.
⢠Michael Foedrowitz: Bunkerwelten. Luftschutzanlagen in Norddeutschland. ISBN 3-89555-062-0.
⢠SÜnke Neitzel: Die deutschen Ubootbunker und Bunkerwerften. Bernard & Graefe Verlag, ISBN 3-7637-5823-2.
⢠Hans-Rudolf Neumann: Bunker. Eine Bibliographie. S. Roderer Verlag, Regensburg 2003, ISBN 83-394-8389-7.
⢠Hans-Rudolf Neumann: Bunker II â eine Bibliographie. S. Roderer, Regensburg 2016, ISBN 978-3-89783-852-9.
⢠Silke Wenk: Erinnerungsorte aus Beton. Bunker in Städten und Landschaften. Links, Berlin 2001, ISBN 3-86153-254-9.
⢠Paul Virilio: Bunker archeology. Princeton Architectural Press, New York 2009, ISBN 978-1-56898-015-7.
⢠Bundesanstalt fßr Immobilienaufgaben (Hrsg.): Bunker beleben. jovis Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-86859-363-1.
Weblinks
Commons
: Bunker
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Bunker
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
⢠Literatur von und ßber Bunker im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise
cite-note-11. â Regelbauten des Atlantikwalls., Webseite Thomas Deicke, abgerufen am 23. Januar 2023.
cite-note-subbrit-22. â Deep level shelters in London. In: Subterranea Britannica. 14. April 2003, abgerufen am 19. Oktober 2008 (englisch).
cite-note-33. â Bunker. 2021. Directed by Jenny Perlin Each thing its place. 2019. Directed by Jenny Perlin | MoMA. Abgerufen am 7. Dezember 2022.
cite-note-55. â Simon Usborne: Operating theaters, bowling alleys and home cinemas: How the super-rich are kitting out their bunkers. In: CNN. 7. August 2024, abgerufen am 12. September 2024 (englisch).
cite-note-77. â Nele Antonia HĂśfler: Wirtschaft von oben: Hier bauen die Superreichen geheime Bunker. In: Wirtschaftswoche. 25. August 2024, abgerufen am 12. September 2024.
cite-note-88. â Urteil des VG Koblenz vom 26.04.2017 - 2 K 1352/16.KO, abgerufen am 21. Mai 2017
cite-note-99. â Dokumentationsstätte Regierungsbunker. Abgerufen am 12. Februar 2020.
cite-note-1010. â Bundesbank-Bunker. Abgerufen am 12. Februar 2020.